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Wichtiger als Klimaanlagen: 6 wesentliche Strategien gegen überhitzte Wohnräume

22. Juli 2026

Klimaanlagen sollten nicht die erste Wahl für sommerlichen Hitzeschutz im eigenen Zuhause sein. Entscheidend sind vielmehr eine intelligente Gebäudeplanung und die gezielte Nutzung natürlicher Kühlmöglichkeiten. Das gelingt auch mit großzügigen Glasflächen, lichtdurchfluteten Räumen und moderner Architektur. Josko zeigt sechs wirksame Maßnahmen – für Neubau und Bestand. 

Klimaanlagen können die Raumtemperatur zwar schnell senken, erhöhen jedoch gleichzeitig die laufenden Betriebskosten und belasten unsere Energieinfrastruktur enorm. Auch die dafür notwendigen Innen- und Außengeräte lassen sich nicht immer harmonisch in ein hochwertiges Architekturkonzept integrieren. Klimaanlagen sollten daher nicht der erste Lösungsansatz sein, um Wohnräume im Sommer angenehm kühl zu halten. Viel wichtiger ist es, Hitze gar nicht erst ins Innere gelangen zu lassen und natürliche Kühlmöglichkeiten gezielt zu nutzen. So können Klimaanlagen oft kleiner dimensioniert, seltener benötigt oder – abhängig vom Gebäude und den persönlichen Komfortansprüchen – möglicherweise ganz vermieden werden.

1. Gebäude intelligent planen

Moderne Architektur lebt von hellen, tageslichtdurchfluteten Räumen. Die Antwort auf heiße Sommertage lautet daher nicht, weniger oder kleinere Fenster einzuplanen. Entscheidend ist vielmehr, die Größe und Ausrichtung der Glasflächen sowie die Beschattung gemeinsam zu betrachten. Südseitige Glasflächen lassen sich zum Beispiel durch Dachvorsprünge, Balkone oder Terrassenüberdachungen verschatten. Bei Fenstern nach Osten und Westen hingegen trifft die tief stehende Morgen- und Abendsonne flacher auf das Glas und lässt sich durch Auskragungen weniger gut abhalten. Hier ist außenliegender Sonnenschutz besonders wichtig – dieser kann dezent in die Fassade integriert werden.

2. Für eine hochwertige Dämmung sorgen

Wände, Dach und Fenster wirken immer im Verbund. Dämmung wird oft mit dem Heizen im Winter verbunden, ist aber auch im Sommer essenziell: Was gut gedämmt ist, heizt sich langsamer auf. Speicherfähige Bauteile wie Estriche, gemauerte Wände, Lehmoberflächen oder massive Decken helfen zusätzlich dabei, Temperaturspitzen abzufedern. Ältere Fenster sind gerade in Bestandsgebäude oft die größte Schwachstelle. Fenster mit Dreifachverglasung dämmen deutlich besser als zweifach verglaste Modelle.

3. Sonne bereits vor der Glasscheibe stoppen

Außenliegender Sonnenschutz zählt zu den wirksamsten Maßnahmen gegen überhitzte Wohnräume. Denn Raffstores, Rollläden oder Vertikalmarkisen halten die Sonne bereits vor der Glasscheibe ab. Bei Raffstores lässt sich der Lichteinfall über die Lamellen zudem so steuern, dass Tageslicht trotzdem weiterhin genutzt werden kann. Sonnenschutz wird mittlerweile an allen Hausseiten empfohlen und dient zusätzlich als Sicht- und Blendschutz.

4. Pflanzen als langfristigen Schattenspender einsetzen

Bäume, Sträucher und begrünte Flächen sind weit mehr als gestalterische Elemente. Richtig platziert, helfen sie dabei, Fenster, Fassaden und Außenflächen zu verschatten und das Mikroklima rund um das Gebäude auf natürliche Weise zu verbessern. Vor allem westlich und südwestlich des Hauses können Laubbäume die intensive Nachmittagssonne abfangen. Im Winter lassen sie nach dem Laubfall hingegen wärmende Sonnenstrahlen durch. 

5. Lüften, wenn es draußen tatsächlich kühler ist

An heißen Tagen sollten Fenster immer dann geöffnet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur im Gebäude. Meist sind die Nacht und die frühen Morgenstunden dafür am besten geeignet. Am wirksamsten ist das Querlüften über möglichst weit geöffnete, gegenüberliegende Fenster oder Türen. So kann die tagsüber gespeicherte Wärme rasch aus den Räumen entweichen. Sobald es draußen wärmer wird, heißt es: Fenster schließen, Sonnenschutz runter und die Hitze draußen halten. 

6. Wärmequellen im Haus reduzieren

Nicht nur die Sonne erwärmt Wohnräume. Auch elektrische Geräte wie Backrohr oder Wäschetrockner geben Wärme an ihre Umgebung ab. An besonders heißen Tagen empfiehlt es sich daher, die Verwendung möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen.

Bilder:

Gebäude klug planen

Wer einen Neubau klug plant und Hitzeschutz von Anfang an mitdenkt, kann den Einsatz von Klimaanlagen reduzieren oder gänzlich vermeiden.

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Natürliche Beschattung

Große, südseitige Glasflächen lassen sich durch Dachvorsprünge, Balkone oder Terrassenüberdachungen natürlich verschatten.

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Kühlere Stunden zum Lüften nutzen

Lüften empfiehlt sich besonders morgens oder abends. Am wirksamsten ist das Querlüften über möglichst weit geöffnete, gegenüberliegende Fenster oder Türen.

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Sonnenschutz ist entscheidend

Außenliegender Sonnenschutz zählt zu den wirksamsten Maßnahmen gegen überhitzte Räume und lässt sich auch im Bestand nachrüsten.

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Magdalena Meergraf, MSc BA
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